Ratgeber · Methoden & Studien
Körperfettanteil oder BMI: Welcher Wert sagt mehr aus?
Der BMI ist die bekannteste Koerpermass-Kennzahl, hat aber eine Schwaeche: Er unterscheidet nicht zwischen Muskel und Fett. Ein muskuloeser Mensch kann nach BMI uebergewichtig sein, obwohl sein Koerperfettanteil niedrig ist.
Zwei Kennzahlen, zwei Aussagen
Wer seinen Körper einschätzen will, stösst schnell auf zwei Kennzahlen: den Body-Mass-Index und den Körperfettanteil. Sie messen Unterschiedliches und sind deshalb nicht austauschbar. Den Unterschied zu kennen, schützt vor Fehlschlüssen in beide Richtungen.
Was der BMI misst
Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergrösse. Er ist denkbar einfach, denn er braucht nur zwei leicht messbare Werte. Genau darin liegt aber seine Schwäche: Er unterscheidet nicht, woraus das Gewicht besteht. Ein Kilogramm Muskel und ein Kilogramm Fett zählen für den BMI gleich, obwohl sie für die Gesundheit und das Erscheinungsbild völlig Verschiedenes bedeuten.
Wo der BMI in die Irre führt
Besonders deutlich wird das bei muskulösen Menschen. Ein Kraftsportler mit viel Muskelmasse kann einen BMI im Bereich von Übergewicht erreichen, obwohl sein Körperfettanteil niedrig ist und er gesund ist. Umgekehrt kann jemand mit wenig Muskeln und viel Bauchfett einen unauffälligen BMI haben und trotzdem ein erhöhtes Risiko tragen, weil die ungünstige Körperkomposition vom BMI nicht erfasst wird.
Was der Körperfettanteil leistet
Der Körperfettanteil beschreibt direkt, welcher Anteil des Körpers aus Fett besteht, und trennt damit Fett von Muskeln, Knochen und Wasser. Damit beantwortet er die eigentlich interessante Frage genauer als der BMI. Ergänzt um den Taillenumfang, der etwas über die Fettverteilung aussagt, ergibt sich ein deutlich präziseres Bild der körperlichen Verfassung.
Wann welcher Wert sinnvoll ist
Der BMI bleibt nützlich als schneller, grober Anhaltspunkt und für statistische Einordnungen grosser Gruppen, weil er ohne Spezialmessung auskommt. Für die individuelle Beurteilung, etwa beim Training oder bei der Gewichtsabnahme, ist der Körperfettanteil aussagekräftiger. Der Körperfett-Rechner schätzt ihn über Umfangsmaße. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
FAQ
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen BMI und Körperfettanteil?
Der BMI setzt nur Gewicht und Koerpergroesse ins Verhaeltnis und unterscheidet nicht, woraus das Gewicht besteht. Der Koerperfettanteil gibt dagegen an, welcher Anteil des Koerpers aus Fett besteht. Damit beschreibt er die Koerperkomposition genauer.
Wann ist der BMI irreführend?
Vor allem bei sehr muskuloesen Menschen. Ein Kraftsportler kann einen BMI im Uebergewichtsbereich haben, obwohl sein Koerperfettanteil niedrig und seine Gesundheit gut ist. Umgekehrt kann ein normaler BMI bei wenig Muskeln und viel Bauchfett einen Risikozustand verdecken.
Ist der BMI damit nutzlos?
Nein. Fuer die schnelle Einordnung grosser Bevoelkerungsgruppen und als grober erster Anhaltspunkt ist der BMI praktisch, weil er nur Gewicht und Groesse braucht. Fuer die individuelle Beurteilung der Koerperkomposition ist der Koerperfettanteil aber aussagekraeftiger.
Quellen